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Aktuell

 

Jubiläumsansprache zum 100 Jahrjubiläum des Schweizerischen Wyandottenzüchterklubs

Sehr verehrte Ehrengäste, Delegierte, Ehren-, Aktiv-, Passivmitglieder, Gäste und Freunde der Kleintierzucht.

Als Präsident unseres jubilierenden Klubs freut und ehrt es mich besonders, euch als Gastredner etwas aus der Vergangenheit unseres Klubs zu erzählen.

Da mit Ausnahme der Statuten vom 29. März 1911 keine weiteren Unterlagen aus der Gründungszeit vorhanden sind, beschränke ich mich auf die Zeit der Neugründung und Reaktivierung unseres heutigen Schweizerischen Wyandotten-Züchterklubs.

Denn es wurde leider über viele Jahre des damals gegründeten SGV Wyandotten Klubs nichts mehr gelesen und geschrieben, obwohl auf dem Papier noch ein Vorstand unter dem Präsidium von Jörg Röthenmund bestand.

Da über viele Jahre Funkstille um den Klub und die Zucht der Wyandotten herrschte, erstellte aufgrund reger Nachfrage seitens vieler Wyandotten-Züchter Erwin Böhlen eine Interessentenliste, deren Namen er aus den Katalogen von Tierschauen entnahm. So stand dies im ersten Protokoll vor der Reaktivierung unseres heutigen Klubs im Jahre 1979.

Da mehr als dreissig Wyandotten-Züchter wieder einen aktiven Spezial-Klub befürworteten, organisierte der Initiator Erwin Böhlen eine Versammlung, an welcher am 6. Oktober 1979 von 23 anwesenden Züchtern im Restaurant Kreuz in Dürrenroth der schweizerische Wyandotten-Züchterklub BSRG gegründet wurde.

Gemäss Gründungsprotokoll hatten sich nebst den anwesenden 18 Männern und 5 Frauen noch zusätzlich 12 Züchter entschuldigt.

Fünf Gründungsmitglieder von 1979 sind heute noch Klubmitglieder und teilweise noch aktive Wyandottenzüchter. Es sind dies Böhlen Erwin, Friedli Ernst, Flück Willi, Kaderli Werner und Rüegg Heinz.

Als erster Präsident wurde Hansueli Wegmüller aus Münsingen für drei Jahre gewählt. Der Jahresbeitrag wurde mit Fr. 20.00 festgelegt.

Schon an der ersten GV wurde eine Tierbesprechung durchgeführt, was heute noch an der Herbstversammlung Tradition ist.

Die Grossen Wyandotten wurden als Nutzrasse vorgestellt, die Zwerge als Liebhaberrasse.

Schon ein halbes Jahr nach der Neugründung wuchs der Klub auf 45 Mitglieder an.

Ich darf festhalten, dass unser nicht mehr amtierende Richter Ernst Friedli als Gründungsmitglied und Willy Sommer, der 1980 dem Klub beitrat, damals schon als ausgezeichnete Kenner bekannt waren und als Wyandottenrichter in Erwägung gezogen wurden.

Gemäss dem ersten Jahresbericht des Präsidenten war als wichtigstes Gebot darauf zu achten, dass nach dem damaligen Standard gezüchtet wurde.

An der GV vom 16. März 1984 gab Hansueli Wegmüller den Rücktritt als Präsident bekannt und trat 1990, ohne Angabe eines Grundes und für mich nicht nachvollziehbar, aus unserem Klub aus.

Hugo Wirz wurde an der GV 1984 als neuer Präsident gewählt.

Am 29. Dezember 1989 gab es eine offizielle Orientierung, dass die beiden grossen Verbände BSRG und SGV, die präsidiert wurden von den Herren Ruedi Zingg und Hans Zürcher, einen Zusammenschluss planten, sofern an den beiden Delegiertenversammlungen zugestimmt würde. So kam es, dass am 15. September 1990 in Olten die Gründungsversammlung des neuen Verbandes SRGV stattfand.

Auf den 4. November 1990 wurden erstmals Hugo Wirz und René Schmid zur Generalversammlung des alten SGV Wyandotten-Klubs eingeladen. Es waren nur noch drei Klubmitglieder anwesend, der Präsident Jörg Röthenmund, der Aktuar René Bärfuss und der welsche Vertreter Maurice Froidevaux. Leider fehlte der Kassier, deshalb konnte die Rechnung nicht genehmigt und über die finanziellen Verhältnisse keine Einsicht genommen werden.

An der Generalversammlung vom 1. Februar 1991 wurde beschlossen, dass es fortan nur noch einen Wyandottenklub gebe, da der gesamte Vorstand des SGV zu unserem Klub übergetreten war, dies unter grossem Engagement unseres damaligen Präsidenten Hugo Wirz, von René Schmid, René Bärfuss, Maurice Froidevaux und Jörg Röthenmund.

René Bärfuss übernahm spontan das Amt als zweiter Sekretär für die französischen Übersetzungen und stellte sich als Verbindungsmann zu den welschen Kameraden zur Verfügung.

Maurice Froidevaux wurde mit der Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet, die er schon im SGV-Klub innehatte und er versprach, zu versuchen, den SGV-Kassier zu bewegen, die Klubkassenabrechnung vorzulegen, die er dann den welschen Kollegen übergab.

Im Jahre 2000 gab Hugo Wirz das Präsidium ab. Für seine grossen Verdienste für den Klub wurde er an der GV 2000 zum verdienten Ehrenpräsidenten ernannt.

1986 trat ich als Züchter von Zwergwyandotten dem Klub bei, 1988 wurde ich zum Kassier gewählt und als dann Hugo Wirz abgab, übertrug mir die GV im Jahr 2000 das Präsidium.

Wir beschlossen, alljährlich eine Klubschau durchzuführen, Herbstversammlungen mit Rassenlehrkursen und Züchterbesuche zu organisieren.

Auch die Beziehungen zu unseren welschen Kameraden wurden wieder neu aktiviert.

Nun wuchs der Klub konstant und heute zählen wir über 100 Klubmitglieder.

Heute betreuen wir von den 18 im Rassegeflügel-Standard aufgeführten Farbenschlägen der Grossrasse deren 6 und von den 28 anerkannten Farbenschlägen der Zwerg-Wyandotten deren 23. Gerne hätten wir heute alle Farbenschläge gezeigt. Immerhin können wir heute 5 Farbenschläge der Grossen und deren 19 Farbenschläge der Zwerge zeigen.

An der Generalversammlung vom 4. März 2011 wurde der Antrag des Vorstandes einstimmig angenommen, den Zusammenschluss des alten schweizerischen Klubs der Wyandottenzüchter SGV, gegründet laut Statuten am 29. März 1911 und unseren schweizerischen Wyandotten-Züchterklub SRGV, gegründet laut Statuten am 06. Oktober 1979 zum Schweizerischer Wyandotten-Züchterklub, unter der Obhut von Rassegeflügel Schweiz, zusammenzuschliessen.

Schlusswort

Heute kann also unser Klub, der am 29. März 1911 gegründet und am 06. Oktober 1979 wieder voll reaktiviert wurde, auf 100 Jahre erfolgreiche Klub- und Züchterarbeit zurückblicken. Das ist ein tolles Resultat, und ich bin dankbar, dass ich als amtierender Präsident meinen Teil dazu beitragen kann. Ich verrichte meine Arbeit gerne, denn durch die gute Teamarbeit im Vorstand und auch dadurch, dass mich meine Frau Ruth immer und überall unterstützt, wird es mir ermöglicht, mich neben Richtertätigkeit, Familie und Geschäft für den Klub zu engagieren. Ruth, dir im Speziellen gebührt ein herzliches Dankeschön.

Uns allen ist klar, dass wir mit der Geflügelzucht im Allgemeinen und speziell mit den Wyandotten und Zwergwyandotten einen grossen Teil unserer Freizeit verbringen oder verbracht haben.

Betrachten wir heute unsere Wyandotten, so dürfen wir mit Stolz feststellen, dass wir Dank der Fachkommission, sei es durch die Festlegung des heutigen Rassegeflügel-Standards für Europa in Farbe oder durch das systematische, strenge und korrekte Beurteilen der Wyandotten und deren Zwerge durch unsere Richter schon viel erreicht haben.

Wenn wir heute vergleichen mit jener Zeit, als 1911 der erste schweizerische Klub der Wyandottenzüchter SGV die Wyandotten als Nutzrasse vorgestellt hat oder sogar zurückschauen auf die Zeit, als die Wyandotten 1883 in Amerika anerkannt und 1890 in die Schweiz kamen, oder auf die Zwerge, die in England, Holland und Deutschland erzüchtet und 1920 in die Schweiz eingeführt wurden, so dürfen wir wirklich sehr stolz auf unsere züchterische Leistung sein. Ohne Einführung von Bruteiern und teilweise auch Zuchttiere, speziell aus Deutschland und Holland, wäre dies nicht möglich gewesen.

Wie man sieht, war nicht nur die Klubgeschichte, sondern auch die Zucht und Entstehungsgeschichte der Wyandotten und deren Zwerge eine spannende Sache.

Geschätzte Ehrenmitglieder und aktive Wyandottenzüchterinnen und -züchter, gerade ihr seid es gewesen, die dem Klub zu einem solch hohen Zuchtstand verholfen haben. Ihr seid unser Vorbild der Zuchtrichtung. Ihr habt die Tücken der Zucht immer wieder gemeinsam von neuem angepackt und gemeistert. Wir werden uns auch in Zukunft stetig bemühen, unsere Paradehühner auf dem höchsten Stand zu halten, dass unsere Tiere von allen Freunden der Hühnerzucht an Ausstellungen, die immer sehr gut beschickt sind, bewundert und bestaunt werden können.

Wir werden nun von Neuem versuchen, nicht mehr von unserem Ideal abzuweichen, sondern es stets verbessern. Wir machen uns Gedanken, ob nicht noch mehr zu erreichen wäre.

Es ist uns ein grosses Bedürfnis, auf breiter Basis mit Werbung, Rassenlehrkursen und jährlichen Ausstellungen unseren Mitgliederbestand zu halten, was uns bis jetzt auch sehr gut gelungen ist.

Hoffen wir, dass dieser Trend anhält und die Freude an der Wyandottenzucht erhalten bleibt, so dass der Mitgliederbestand sogar ansteigen könnte.

Ich bin überzeugt, dass Probleme wie Tierschutz, Stallgrösse, Platz– und Fütterungsbeschaffenheit sowie Entsorgung angegangen werden können und unsere Zucht nicht beeinflussen werden.

An Unterstützung seitens der Standard- und Fachkommission und des schweizerischen Geflügelzucht-Verbandes neu Rassegeflügel Schweiz sowie der Vereinigung der Geflügelrichter fehlt es nicht.

Den ersten Gründern des Schweizerischen Wyandottenklubs und speziell Erwin Böhlen, der die Interessentenliste erstellte und die Gründungsversammlung 1979 ins Leben rief, sind wir zu grossem Dank verpflichtet. Sie haben mit grossem Engagement das Entstehen des Klubs ermöglicht und das Bestehen gefördert.

Alle Präsidenten und Vorstandsmitglieder haben ihr Bestes gegeben. So möchte ich allen für ihre Treue und Liebe zum schweizerischen Wyandotten-Züchterklub danken.

Erwähnen möchte ich auch die grossen Verdienste unseres Ehrenpräsidenten Hugo Wirz, der sich für die heutige Tagung leider entschuldigen musste.

Bekanntes und vieles von uns in Vergessenheit Geratenes habe ich nochmals aufgefrischt und kurz Rückblick gehalten. Möge es auch in den kommenden Jahren, ja Jahrzehnten wiederum Züchterinnen und Züchter geben, die unsere Wyandotten und Zwergwyandotten zum Wohle unserer Sache fördern.

Zum Schluss meines Berichtes möchte ich nochmals ganz speziell allen Ehrenmitgliedern und den Vorständen, welche über viele Jahre hinweg den schweizerischen Wyandottenklub geprägt haben, danken für die züchterische Tätigkeit und Ausdauer, die sie dem Klub entgegenbrachten.

Auch danken möchte ich den Tierweltredaktoren, denn sie tragen viel dazu bei, unsere Wyandotten der breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen und auf die Schönheit mit allen Vorteilen hinzuweisen.

Liebe Wyandottenzüchterinnen und Züchter, liebe Ehrengäste und Ehrenmitglieder, liebe Anwesende:

Geflügelzucht ist das Hobby, das im Alltag Abwechslung, Genugtuung und uns Menschen einander näher bringt.

Ich hoffe, dass ich euch mit meinen Ausführungen unserem Klub etwas näher gebracht habe.

Herzlichen Dank für eure Aufmerksamkeit.

Der Gastredner und Klubpräsident

Anton Meier, Sursee

 

 

 

 

 

Vorstellung des Schweizer Wyandotten-Züchterklubs

Anlässlich des Richter-WK vom 24. April 2010

in der Kleintieranlage Sursee

Geschätzter Präsident, werte Richterkolleginnen und Kollegen

Da über viele Jahre Stillstand um die Zucht der Wyandotten herrschte resp. mehr oder weniger nichts mehr getan wurde, erstellte nach reger Nachfrage von Seiten vieler Wyandotten-Züchter Erwin Böhlen eine Interessentenliste. So stand dies im ersten Protokoll vor der Neugründung 1979.

Da mehr als dreissig Wyandötteler wieder einen Spezial-Klub befürworteten, organisierte der Initiator Erwin Böhlen eine Gründungsversammlung.

Der 1. Schweizer Wyandotten Klub SGV wurde am 29. März 1911 gegründet und würde nächstes Jahr 100 Jahre alt.

Da aber über viele Jahre vom damals gegründeten und noch auf dem Papier bestehenden SGV Wyandotten Klub nichts mehr gelesen und geschrieben wurde, wurde am 6. Oktober 1979 von 23 anwesenden Züchtern im Restaurant Kreuz in Dürrenroth der heutige Schweizerischen Wyandotten-Züchterklub BSRG, neu nun unter dem Namen Rassegeflügel Schweiz, gegründet.

Gemäss Gründungsprotokoll haben sich nebst den anwesenden 17 Männern und 5 Frauen noch zusätzlich 12 Züchter entschuldigt.

Vier Gründungsmitglieder sind heute noch aktive Wyandotten-Züchter.

Die Delegierten der damaligen Verbände SOG und BSRG, Theo Widmer und Albert Ruf, überbrachten die Grüsse des Vorstandes zur Neugründung.

Als erster Präsident wurde Hansueli Wegmüller aus Münsingen für drei Jahre gewählt. Der erste Jahresbeitrag wurde mit Fr. 20.00 festgelegt.

Schon an der ersten GV wurde eine Tierbesprechung durchgeführt, was heute noch an der Herbstversammlung Tradition ist.

Die grossen Wyandotten wurden als Nutzrasse vorgestellt, die Zwerge als Liebhaberrasse.

Schon ein halbes Jahr nach der Neugründung wuchs der Klub auf 45 Mitglieder an.

Ich darf mit Freude festhalten, dass unser nicht mehr amtierende Richter Ernst Friedli als Gründungsmitglied und Willy Sommer, der 1980 dem Klub beitrat, damals schon ausgezeichnete Könner waren und als Richter von Wyandotten in Erwägung gezogen wurden.

Gemäss dem ersten Jahresbericht des Präsidenten war als erstes Gebot darauf zu achten, dass nach dem damaligen Standard gezüchtet wurde.

An der GV vom 16. März 1984 trat Hansueli Wegmüller als Präsident zurück. Hugo Wirz wurde als neuer Präsident gewählt.

1990 organisierte Jörg Röthenmund, der noch auf dem Papier existierende letzte Präsident des alten Wyandotten Klubs SGV, eine Sitzung, um einen Zusammenschluss des alten und neuen Wyandottenklubs zu besprechen, weil auch gleichzeitig der Zusammenschluss BSRG-SGV in einen Einheitsverband SRGV bevorstand.

An der Generalversammlung vom 1. Februar 1990 wurde dann der Zusammenschluss beider Klubs besiegelt, dies unter grossem Engagement von Hugo Wirz, dem damaligen Präsidenten BSRG, Maurice Froidevaux und Jörg Röthenmund als Mitglied des noch bestehenden alten Wyandotten Klubs SGV.

Ab dem Jahr 1990 gab es nur noch einen Schweizerischen Wyandotten-Züchterklub.

Im Jahr 2000 trat Hugo Wirz zurück. Ab dann fiel mir die Ehre zu, diesen grossen Klub zu präsidieren.

Anschliessend wuchs unser Klub konstant, und heute zählen wir 97 Klubmitglieder.

Heute betreuen wir von den 18 im Rassegeflügel Standard aufgeführten Farbenschlägen der grossen Wyandotten deren 6 und von den 27 anerkannten Farbenschlägen der Zwerg-Wyandotten deren 21.

Ich hoffe, dass ich euch mit meinen Ausführungen unserem Klub etwas näher gebracht habe.

Ich hoffe ebenfalls, dass der eine oder andere Richter sich vielleicht in Zukunft entschliessen kann, sich mit irgend einem Farbenschlag dieser sehr schönen, aber nicht unbedingt leicht zu züchtenden Rasse versuchen wird.

Herzlichen Dank für eure Aufmerksamkeit.

Sursee, 24. April 2010, Anton Meier Klubpräsident

 

 


Die Wyandotten und Zwergwyandotten am Geflügel Richter WK vom

24. April 2010 in der Kleintieranlage Sursee.

Anlässlich des diesjährigen Geflügel-Richter WK viel mir die Ehre zu, die richtige Interpretation und Umsetzung des Europa-Standard meinen Richter Kolleginnen und Kollegen zu unterbreiten.
        Zur Auswahl standen bei den Grossen die 5 Farbenschläge Weiss-Schwarzcolumbia, Rebhuhnfarbig-Gebändert, Gold-Schwarzgesäumt und Schwarz.

Bei den Zwergen die 13 Farbenschläge Rot, Weiss, Schwarz, Gelb, Gestreift, Silberfarbig-Gebändert, Orangefarbig-Gebändert, Lachsfarbig, Braun-Porzellanfarbig, Gelb-Schwarzcolumbia, Weiss-Schwarzcolumbia, Silber-Schwarzgesäumt, Gelb-Schwarzgesäumt zur Auswahl.

 In vier Gruppen wurden die Richter eingeteilt und jeweils von einem Richter Obmann begleitet.

 Erläuterungen und Ergänzungen der Differenzen vom alten CH-Standard zum neuen EU-Standard.

 Die Grossen Wyandotten

Die Grossen wurden in Amerika erzüchtet und wurden 1883 in Amerika anerkannt.

Der erste Farbenschlag war Silber.

In der Schweiz sind sie seit 1890 aufgeführt.

 Ganz vorab müssen wir festhalten, dass beim ehemaligen CH-Standard und dem EU-Standard bei den Grossen Wyandotten keine wesentlichen Unterschiede festzustellen sind, ausser beim Schwanzabschluss.
Die eigentliche amerikanische Form der Grossen ist weitgehend noch vorhanden.
 Der Gesamteindruck blieb gleich, mittelhoch gestelltes Huhn mit ansteigender Rückenlinie, Rosenkamm dem Nacken folgend, frei von groben Aushöhlungen, fein geperlt , mit gelben Läufen, mässig lang und kräftig.
 Zum Schwanzabschluss früher im CH-Standard kurz breit offen, Steuerfedern breit und steif, dachförmig getragen.
Neu nach EU-Standard Schwanz kurz, breit, hoch getragen, Sicheln beim Hahn mittellang und gut gebogen, Steuerfedern verdeckend, breit und fest.
Bei der Henne ausser dem Geschlechts bedingten Unterschied gleich wie beim Hahn, der Schwanz jedoch unwesentlich flacher als beim Hahn, von hinten gesehen ein mit Flaumfedern gefülltes Hufeisen. Je gefüllter der Schwanz, desto besser der Schwanzabschluss.
Über die Farben und Zeichnungen möchte ich hier nicht weiter eingehen, dies würde zu weit führen. Die Richter Obmänner jedoch nahmen an der Schlussbesprechung kurz Stellung und gaben jeweils dementsprechend ihre Stellungsnahme an uns Richter weiter.

Grobe Fehler

Kurze oder eckige Form, abfallender Rücken, zu flache Schwanzlage, bauschiges Gefieder, keine Schenkelfreiheit.

Die Grossen werden leider bei uns nur noch sehr selten gezüchtet und an Ausstellungen und Klubschauen gezeigt, dies im Gegensatz zu früheren Jahren, daher der Wunsch der Züchter von grossen Wyandotten, dass dies bei der Bewertung berücksichtigt werden sollte.

 

Zu den Zwerg-Wyandotten

 Die Zwerg-Wyandotten stammen aus England, Holland und Deutschland und sind in der Schweiz seit 1920 aufgeführt. Der EU-Standard für die Zwerg-Wyandotten wurde fast ausnahmslos vom früheren Deutschen Standard, wie übrigens auch bei den anderen Rassen Hühner übernommen. 

Bei den Zwergen dürfen wir Wyandotten Züchter mit Freude festhalten, dass unsere Zwerge zu den meist ausgestellten und sehr beliebten Zwerg Hühner mit über zwanzig Farbenschlägen zählen.

Nun möchten wir mit unserer Zucht dazu beitragen, dass diese auch nach dem Zuchtstand und dem Farbenschlag entsprechen einheitlich bewertet würden, das sicher nicht immer gelingen wird. Mir ist es bewusst, dass viele und unbelehrbare Züchter glauben, ihre Tiere seien sowieso die besten oder sie sollten es ihrer Ansicht nach sein.

Da mit dem neuen einheitlichen EU-Standard viele in Deutschland gezüchtete Zwerge oder Bruteier zu uns in die Schweiz kommen, braucht es eine Anpassung in der Auffassung von uns Richter über Grösse und Gewicht.

Nur so können wir erreichen, dass wir an Europa Ausstellungen mit unseren Tieren in anderen Ländern mit deren Züchtern gleichziehen können.

Im Standard ist die Gewichtslimite für den Hahn bei 1300 g, bei der Henne bei 1100 g. In Deutschland aber wird dieses Gewicht meistens um bis ca. 200 g bei Hähnen und Hennen überschritten und dies bei sehr Hochpunktierten Tieren, da sich diese Tiere in der Form sehr gut präsentieren, was verständlich ist.

 Nun müssen wir uns aber ganz klar bewusst sein, dass immer die Gewichtung der Merkmale an erster Stelle steht.

Gesamteindruck: (Form, Grösse, Haltung, Stellung)

Spezifische Rassenmerkmale: (Schenkelfreiheit, Schwanzabschluss, Rosenkamm)

Gefieder: Struktur, Federbreite, Farbe, Zeichnung)

Kopf: (Kehllappen, Augenfarbe, Ohrscheiben, Schnabelfarbe)

Übrige Merkmale.

 Zum Gesamteindruck 

Harmonisch abgerundete Formen und fliessende Linien bei gestrecktem Körperbau, bei mittel hoher und breiter Stellung mit waagerechter Körperhaltung, das wäre unser Zuchtziel. Das Schwanzende möglichst bis Augenhöhe ansteigend.
Hier sollten wir alle den Hebel ansetzen, als Züchter und wir als Richter.
    Viele Tiere sind kurz, es findet kein deutlicher Abstand mehr zwischen Halsbehang und Sattelbehang statt. Der Bauch ist ebenfalls nicht voll entwickelt. Die Rückenlinie sollte gleichmässig hohlrund sein.
Die waagerechte Haltung sollte stimmen. Wenn die Läufe nicht mehr richtig in der Mitte angesetzt sind, zu weit hinten oder vorne, kippen die Tiere meist nach vorn und umgekehrt, so stimmt die Höhe des Schwanzendes, weil er zu hoch oder zu  tief ist, nicht mehr, auch dies ein grober Fehler.
Die Grösse gibt immer wieder zu Diskussionen Anlass. Gut sichtbare Schenkel bedingen auch die dazu gehörende Grösse und dementsprechend auch etwas mehr Gewicht. Tiere ohne Schenkelfreiheit wirken plump, die Unterlinie wie ein Schiff, die Läufe erscheinen kurz. Dies ist ein Mangel.
  
Wir möchten, dass wir Richter ein Augenmerk darauf werfen und dass Tiere mit gut sichtbarer Schenkelfreiheit belohnt werden.
Die Tire mit gut mittelhoher, breiter Stellung sollten deshalb in der Bewertung besser abschneiden, als kurzbeinige Zwerg-Wyandotten.
Zwerge in der unteren Gewichtsklasse und Grösse dürfen wir ohne weiteres auch mal die Bemerkung mächtiger, grösser oder schwerer brauchen.
 

Nun zum Schwanzabschluss
Da haben wir in den letzten Jahren alles gesehen, hervorragend hufeisenförmige, recht schöne und leider auch negative Schwanzabschlüsse.
Die Zwerge sollten von hinten gesehen bis zu den Schultern in etwa gleich breit sein.
   Um dies zu erreichen braucht der Körper einen breiten hufeisenförmigen Schwanz.
Vergleichen wir die Bilder im CH-Standard mit dem EU-Standard so sieht man sehr deutliche Unterschiede. Beim alten CH-Standard ist der Schwanzabschluss V. förmig spitz, beim EU-Standard von hinten gesehen breit, voll, und möglichst bis Augenhöhe ansteigend.
Bei der Anordnung der Steuerfedern ein Hufeisen bildend, von unten nach oben zeigende mit Stützfedern ausgefüllt. Ein exelentes Foto zeigt dies im EU-Standard einer Weiss-Schwarzcolumbia Henne bei den Zwerg-Wyandotten, Seite sieben.
Wie können wir hufeisenförmige Schwänze züchten? Oder noch besser gesagt, wie entsteht die Hufeisenform. Zum Beispiel die Form und die Bänderung inkl. die Stützfedern im Schwanz vererbt hauptsächlich die Henne, hingegen die
die Farbe und die Zeichnung der Hahn. Die Steuerfedern dürfen nicht zu lang und auch nicht zu kurz sein. Aus zu kurzen Steuerfedern entstehen kugelförmige oder abkippende Schwanzpartien, bei zu langen Steuerfedern wirkt der Schwanz spitz. Dies sollte in Zukunft bei der Bewertung noch besser berücksichtigt werden und kugelförmige, abkippende, oder spitze Schwanzpartien sowie zu tiefer Stand ohne Schenkel sollte nur noch als grober Fehler oder Mangel bewertet werden.

Kamm
Hier gibt es Unterschiede in der Betrachtung.
Ein fein geperlter gleichmässig aufsitzender gut gefüllten Rosenkamm wird gefordert, nach hinten verjüngend mit einem runden langen Dorn der der Nackenlinie folgt. Soweit alles klar.
Bei eher gerade auslaufendem Kammdorn zuwenig lang, dann würden wir hoffen, dies mit einem Abzug im sg oder g stehen zu lassen. Diese Bild zeigen meistens Jungtiere, die in den Kopfpunkten noch nicht ausgereift oder noch nicht am legen sind.
Jedoch bei stark abstehendem oder sogar aufwärts oder schräg liegendem Dorn Ende, dies als grober Fehler zu taxieren.
An der abschliessenden gemeinsamen Besprechung erläuterte uns Urs Lochmann, wie dies die Fachtechnische Kommission sieht. Er könnte sich vorstellen, dass die Gewichtslimite bei plus-minus 10 % zu tolerieren sei, was die anwesenden Züchter für sehr gut befanden. Nun hoffe ich, dass im kommenden Ausstellung Jahr viele zufriedene Aussteller und Züchter anzutreffen sind.
Nach meiner Auffassung war dieser Geflügel Richter WK sehr aufschlussreich und wegweisend für unsere Zucht der Wyandotten und Zwerg-Wyandotten für die Zukunft.

An dieser Stelle danke ich meinen Wyandotten Züchterkollegen und Kolleginnen die sich bemüht haben, Tiere nach Sursee zu bringen.
Ich danke für das in mich gesetzte Vertrauen, dass ich diese Interpretationen Euch Kolleginnen und Kollegen unterbreiten durfte. Es gäbe noch vieles zu schreiben. Wir konnten aber an den bereitgestellten Tieren die Unterschiede betrachten und dementsprechend Schlüsse ziehen.

Sursee, 24. April 2010, Anton Meier, Geflügelrichter und Wyandotten-Klub Präsident